Neue Kolumne im Münchner Wochenanzeiger erschienen: Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit!

05. April 2017

SPD-Ministerin Nahles legt Gesetzesentwurf zur Bekämpfung der Teilzeitfalle vor

Liebe Münchnerinnen und Münchner! Es gibt Phasen im Leben, in denen viele Menschen weniger arbeiten möchten, um Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Dafür gibt es seit 17 Jahren das Recht auf Teilzeitarbeit. Egal, ob für Angehörige, die krank sind und gepflegt werden müssen oder für die Betreuung der Kinder: Wer will, kann seine Arbeitszeit verringern. Aber: Wer einmal in Teilzeit ist, kommt schlecht wieder raus: Das ist die sogenannte Teilzeitfalle.

Jeder dritte Teilzeitbeschäftigte ist davon betroffen. Es gibt viele Frauen und Männer, die gerne wieder in die alte Arbeitszeit zurück wollen, aber ihr Arbeitgeber ermöglicht es ihnen nicht. Betroffen sind vor allem Frauen. Oft wird der Wunsch nach Teilzeit als Absage an die Karriere missverstanden. Die Teilzeitfalle erhöht gerade bei Frauen das Risiko von Altersarmut, da sie durch den niedrigeren Verdienst über viele Jahre keine ausreichenden Rentenansprüche erwerben können. Laut Familienministerium wollen aktuell in Deutschland 750.000 Frauen in Teilzeit wieder mehr arbeiten.

Unsere Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hat deshalb einen Gesetzesentwurf für ein Rückkehrrecht von einem Teilzeit- auf einen Vollzeitarbeitsplatz vorgelegt. Leider blockiert hier – wie bei vielen anderen wichtigen sozialen Themen – die Union mit dem Hinweis auf eine zu große Belastung für die Unternehmen. Dabei nimmt der SPD-Entwurf explizit die Kleinunternehmen aus, die tatsächlich nicht die nötige Flexibilität aufbringen können. Ich appelliere an die CDU/CSU, ihre ¬Blockadehaltung aufzugeben: Die SPD will Wahlfreiheit und Selbstbestimmung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schaffen, denn sie sollen selbst entscheiden können, ob sie wieder zurück in Vollzeit kehren möchten oder nicht.

Auch die Schließung der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern bei gleichwertiger Arbeit ist mir ein großes Anliegen. Um Familien zu entlasten, wollen wir ein Familiengeld einführen. Eltern sollen für maximal 24 Monate innerhalb der ersten acht Lebensjahre des Kindes, ihre Arbeitszeit auf 80-90 Prozent einer Vollzeitstelle reduzieren können. Sie sollen für diesen Zeitraum ein Familiengeld von 300 Euro erhalten, also 150 Euro pro Elternteil. Besonders Frauen würden davon profitieren, da es bisher nur 28 % der Frauen mit Kindern bis 4 Jahren gelingt, ein Einkommen oberhalb der Grund¬sicherung zu erzielen. Väter im Vergleich erreichen das zu 83 %. Auch bei diesem Thema sind die Unionsparteien wenig aufgeschlossen. Die SPD wird bei diesen wichtigen Themen am Ball bleiben und sie notfalls in der nächsten Legislaturperiode wieder auf die Tagesordnung setzen.

Kommen Sie mit mir ins Gespräch! Am Sonntag, 9. April 2017 ab 11 Uhr möchte ich Sie gerne zum Politischen Frühschoppen unter dem Motto »Zeit für Gerechtigkeit« in die Taverna Pyrsos (Englschalkinger Str. 206) einladen. Ich freue mich auf Ihr Kommen!

Ihre Claudia Tausend

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